- Das erste Mal zum Anwalt, und dann?

Viele Mandanten scheuen den Weg zum Anwalt wie den Weg zum Zahnarzt. Nur wenn es schmerzt, geht man in der Regel zum Letzteren. Der Anwalt wird oft erst dann gewählt, wenn es ersichtlich teuer werden kann. Dann ist es aber in aller Regel schon zu spät, so immer, wenn Fristen versäumt wurden.

Bei einem ersten Beratungsgespräch muss sich der Anwalt einen Überblick über den Sachverhalt verschaffen, der Gegenstand und Inhalt der möglichen Auseinandersetzung ist. Wenn es hierzu Unterlagen gibt, umso besser.

Zum ersten Termin bringen Sie daher bitte folgende Unterlagen mit, wenn diese bei Ihnen vorhanden sein sollten:

Alle Verträge, z.B. Mietverträge, Kaufverträge, Arbeitsverträge und sonstige schriftliche Vereinbarungen, die zwischen den Beteiligten geschlossen worden sind.
Schreiben der Gegenseite, mit welchen Sie aktuell zu Handlungen (z.B. zur Zahlung, zur Räumung u.ä.) aufgefordert wurden.Ihre Schreiben, die Sie an die Gegenseite gesandt haben, um Ihre Rechte anzumelden.

Haben Sie in der Vergangenheit bereits Zahlungen geleistet, man erkennt diese aber nicht an? Dann sind Kontoauszüge und sonstige Zahlungsbelege mitzubringen.

Haben Sie eine Klage zugestellt bekommen? Bitte mit den vorhandenen Anlagen mitbringen.

Gibt es bereits eine Ladung zum Gerichtstermin? Auch hier unverzüglich reagieren!

Gibt es bereits rechtskräftige gerichtliche Titel? Bitte mitbringen, da hieraus eine Zwangsvollstreckung möglich ist.

Gibt es eine Rechtsschutzversicherung? Die von Ihnen eingeholte schriftliche Deckungszusage bitte vorlegen, gibt es eine solche noch nicht, dann bitte die Nummer des Versicherungsvertrages nicht vergessen.

Wenn es keine Rechtsschutzversicherung gibt: es gibt die staatlichen Einrichtungen der Beratungshilfe (außergerichtliche Kostenübernahme) und der Prozeßkostenhilfe (gerichtliche Kostenübernahme). Der Beratungshilfeschein ist bitte vorab beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen. Prozeßkostenhilfe ist bei Einleitung eines Gerichtsverfahrens zu beantragen. Hierzu sind jeweils aktuelle Einkommensunterlagen bei Gericht vorzulegen und Kostennachweise zu erbringen (z.B. Mietvertrag, Versicherungen u.a.).

Ron Westenberger
Rechtsanwalt